50 Jahre Elbe-Seitenkanal: Warum diese Wasserstraße bis heute wichtig ist

Der Elbe-Seitenkanal prägt seit 50 Jahren die Region zwischen Elbe und Mittellandkanal. Als wichtige Verkehrs- und Wasserstraße verbindet er den Hamburger Hafen mit dem Binnenland und spielt zugleich eine bedeutende Rolle für Wasserwirtschaft, Infrastruktur und regionale Entwicklung.

Für die Ostfalia Hochschule ist der Kanal auch aus wissenschaftlicher Sicht interessant. Themen wie Wasserbau, Hydrologie, Klimaanpassung und nachhaltige Verkehrssysteme gehören zu den Forschungs- und Lehrgebieten von Prof. Dr. Klaus Röttcher. Im Interview erklärt er, warum der Elbe-Seitenkanal bis heute eine Schlüsselrolle spielt und welche Herausforderungen in Zukunft auf die Wasserstraße zukommen.

Interview mit Prof. Dr. Klaus Röttcher:

Welche wasserwirtschaftliche und verkehrstechnische Bedeutung hatte der Elbe-Seitenkanal damals?

Prof. Dr. Klaus Röttcher: Für die Binnenschifffahrt und den Hamburger Hafen hatte der Elbe-Seitenkanal von Beginn an eine große Bedeutung. Ein wichtiger Grund ist, dass die Elbe nur an wenigen Stellen reguliert ist und ihr Wasserstand stark vom Abfluss abhängt. Dadurch ist sie nicht immer zuverlässig schiffbar.

Hinzu kam die damalige deutsche Teilung: Teile der Elbe lagen an der innerdeutschen Grenze oder auf DDR-Gebiet. Der Kanal schuf deshalb eine sichere Wasserstraßenverbindung im Westen Deutschlands und stärkte die Anbindung Richtung Mittellandkanal und Ruhrgebiet. Mit dem Kanal entstanden zudem neue Hafenstandorte in Uelzen und Wittingen. Lediglich Lüneburg verfügte bereits über einen historischen Hafen, der früher vor allem dem Salztransport diente. Durch den Elbe-Seitenkanal wurden diese Standorte an das deutsche Binnenwasserstraßennetz angebunden.

Welche der ursprünglichen Planungsziele wurden erreicht und was hat sich anders entwickelt?

Prof. Dr. Klaus Röttcher: Der Elbe-Seitenkanal hat sich als wichtige Verkehrsachse zwischen dem Hamburger Hafen und dem Binnenland etabliert. Damit wurde ein zentrales Ziel erreicht.

Das erwartete Wachstum des Güterverkehrs blieb jedoch hinter den Prognosen zurück. Zwar wurden zeitweise über 10 Millionen Tonnen pro Jahr transportiert, inzwischen liegt das Aufkommen bei etwa 5 Millionen Tonnen. Gründe sind unter anderem der Rückgang der Kohleverstromung sowie zeitweise Einschränkungen durch Bau- und Sanierungsarbeiten.

Gleichzeitig gewinnt der Containerverkehr auf dem Elbe-Seitenkanal zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklung wird bei einem Blick auf die transportierte Tonnage jedoch nur teilweise sichtbar und daher oft unterschätzt.

Nachhaltigkeit und Binnenschifffahrt – passt das zusammen?

Prof. Dr. Klaus Röttcher: Eine vollständig ausgeglichene Nachhaltigkeit wird in der Praxis in kaum einem Bereich erreicht. Die Binnenschifffahrt kommt ihr jedoch in vielen Bereichen nahe.

Ein großes Güterschiff kann über 100 LKW ersetzen und transportiert Güter mit vergleichsweise geringem Energieverbrauch und hoher Sicherheit. Gleichzeitig ist die Binnenschifffahrt ein wichtiger Teil moderner Logistikketten, insbesondere in Verbindung mit Seehäfen wie Hamburg.

Wussten Sie schon?

Fragen rund um Wasserbau, Hochwasserschutz, Hydrologie und Klimaanpassung sind feste Bestandteile von Studium und Forschung an der Ostfalia Hochschule. Der Elbe-Seitenkanal bietet dafür direkt vor der Haustür ein spannendes Praxisbeispiel.

Ein Blick nach vorn

Prof. Dr. Klaus Röttcher: Der Elbe-Seitenkanal zeigt sehr gut, wie eng Technik, Wasserwirtschaft und Verkehr miteinander verbunden sind. Er ist ein leistungsfähiges System, das über Jahrzehnte zuverlässig funktioniert und sich immer wieder an neue Anforderungen angepasst hat.

Gleichzeitig wird deutlich, dass solche Infrastrukturen kontinuierlich weiterentwickelt werden müssen – sei es durch den Klimawandel, veränderte Güterströme oder neue technische Möglichkeiten. Der Kanal bleibt damit ein gutes Beispiel dafür, wie Wasserstraßen heute nicht nur Verkehrswege, sondern auch wichtige Bestandteile der Wasserwirtschaft sind.

Über den Experten

Prof. Dr. Klaus Röttcher lehrt an der Ostfalia Hochschule in den Bereichen Flussgebietsmanagement, Hochwasserrisikomanagement, Verkehrswasserbau und Globaler Wandel. Er ist außerdem Leiter des Instituts für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum (INBW). Seine Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Gewässer und Landschaft sowie wasserwirtschaftliche Infrastrukturen.

Wassermanagement bei verschiedenen Nutzungsoptionen zur Wiedervernässung von Mooren: INBW stellt Forschungsprojekte in Gnarrenburg vor 

Gruppenbild aller Teilnehmenden bei der Projektvorstellung vor dem Bürgerhaus in Gnarrenburg. Foto: Marie Ruhm/Ostfalia

Wie Moore gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen und neue Perspektiven für Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung eröffnen können, stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung am 16. Juni 2026 im Bürgerhaus Gnarrenburg. Rund 40 Teilnehmende diskutierten aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Moorentwicklung.

Gemeinsam mit der Gemeinde Gnarrenburg stellte die Ostfalia Hochschule, vertreten durch das Institut für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum (INBW), zwei aktuelle Forschungsprojekte zur Wiedervernässung von Mooren sowie zu alternativen Bewirtschaftungsformen vor. Ziel war es, Einblicke in die laufenden Arbeiten zu geben, Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis aufzuzeigen und Impulse für die weitere Entwicklung aufzunehmen.

Zusammenarbeit von Kommune, Wissenschaft und Landwirtschaft

Zum Auftakt begrüßten Claudia Koops (Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg) sowie Gnarrenburgs Bürgermeister Marc Breitenfeld die Teilnehmenden. Das Grußwort von Dr. Marco Mohrmann (MdL, CDU) wurde digital zugeschaltet. Dr. Mohrmann betonte die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes: Ökologische Ziele müssten mit den berechtigten Interessen der landwirtschaftlichen Betriebe in Einklang gebracht werden. Eine Moorstrategie könne nur gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Familien vor Ort erfolgreich umgesetzt werden.

Bürgermeister Breitenfeld hob die Chancen hervor, die sich aus einer nachhaltigen Moorentwicklung für die Region ergeben. „Aus Wiedervernässung wird Wertschöpfung“, betonte er und machte deutlich, dass Moorentwicklung nicht als Einschränkung, sondern als Zukunftsperspektive verstanden werden sollte. Zugleich unterstrich er die Bedeutung eines offenen Dialogs zwischen Kommune, Wissenschaft und Verwaltung. Die Gemeinde Gnarrenburg setzt dabei auf einen kontinuierlichen Austausch, unter anderem im Rahmen dieses „Runden Tisches“.

Forschungsprojekte NassMoor, MoniMoor und More-PV im Fokus

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Projekte NassMoorMoniMoor und das geplante Vorhaben More-PV. Die Projektmitarbeiterinnen Nathalie Kockemüller M.Sc. und Jasmina Bock M.Sc. sowie der Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher stellten Ziele, methodische Ansätze und erste Arbeitsergebnisse vor.

Diskutiert wurde insbesondere, wie wiedervernässte Moorflächen künftig genutzt werden können, ohne ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher zu beeinträchtigen. Dabei ging es auch um die Verbindung von Klimaschutz, landwirtschaftlicher Nutzung und regionaler Wertschöpfung.

Moore als Schlüssel für Klimaschutz und Biodiversität

Ein zentrales Thema war die Bedeutung wiedervernässter Moore für den Klimaschutz. Durch Wiedervernässung kann die erhöhte Treibhausgasemission aus entwässerten Moorböden verringert werden , zugleich bieten wiedervernässte Moore  wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltiger Regionalentwicklung. In Niedersachsen, dem moorreichstem Bundesland, stammen 18% der gesamten CO2 Emissionen aus entwässerten Mooren. Ohne Maßnahmen in den Mooren können die Klimaziele nicht erreicht werden. Gleichzeitig liegen etwa 10% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Niedersachsen im Bereich ehemaliger Moore.

Praxisnahe Forschung und Wissenstransfer

Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher betonte den praxisorientierten Ansatz der Forschung: „Wir wollen rausgehen und fragen, was fehlt – und so vorhandene Wissenslücken schließen.“ Ziel sei die enge Verbindung von wissenschaftlicher Arbeit und praktischer Anwendung.

Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmenden die Untersuchungsflächen des Forschungsprojektes MoniMoor im Gnarrenburger Moor. Dank der Unterstützung des Teams der Zukunft Moor Gnarrenburg GmbH konnten die Pilotflächen des Statups direkt vor Ort begangen und die Ansätze im Gelände veranschaulicht werden. Die Exkursion bot Gelegenheit für einen intensiven Austausch über Potenziale und Herausforderungen nasser Bewirtschaftungsformen.

Klimaschutz und Landnutzung gemeinsam denken

Die Veranstaltung machte deutlich, wie eng Klimaschutz, nachhaltige Landnutzung und regionale Entwicklung miteinander verbunden sind. Die Ostfalia Hochschule leistet gemeinsam mit regionalen Partnern einen Beitrag zur Entwicklung praxisnaher Lösungen für Moorregionen und stärkt den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis. In der Diskussion mit den Teilnehmern wurde nochmals deutlich, dass mit den neuen Nutzungsformen keine neuen Hochmoore im Sinne des Naturschutzes entstehen, sich im Laufe der Zeit aber auch im ökologischen Sinne Verbesserungen ergeben.

Kommunaler Hochwasserschutz: Austausch über nachhaltige Lösungen für Wasserextreme

Prof. Dr. Klaus Röttcher bei seinem Vortrag mit dem Titel "Natürlichen Wasserhaushalt verstehen und Ableitung von Handlungsoptionen für Kommunen" in der Heidmark-Halle in Bad Fallingbostel. Foto: Marie Ruhm/Ostfalia

Die Folgen des Klimawandels stellen Kommunen zunehmend vor Herausforderungen: Während Starkregenereignisse und Hochwasser lokal große Schäden verursachen können, führen längere Trockenperioden gleichzeitig zu Wasserknappheit und sinkenden Grundwasserständen. Wie diesen gegensätzlichen Entwicklungen begegnet werden kann, diskutierten Fachleute aus Politik, Kommunen, Verbänden, Ingenieurbüros und Wissenschaft beim 8. Erfahrungsaustausch Kommunaler Hochwasserschutz am 11. Juni in Bad Fallingbostel.

Für die Ostfalia Hochschule war Prof. Dr. Klaus Röttcher vor Ort und brachte seine Expertise zu standortgerechter und ökologisch nachhaltiger Wasserwirtschaft in die Diskussion ein. Darüber hinaus engagiert er sich im wissenschaftlichen Beirat der Akademie Hochwasserschutz, die die Veranstaltungsreihe gemeinsam mit der Kommunalen Umwelt-AktioN (UAN) vor rund zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Im Mittelpunkt des diesjährigen Austauschs stand die Frage, wie Wasser künftig besser in der Landschaft gehalten und genutzt werden kann.

Wasserrückhalt als zentrale Zukunftsaufgabe

Die Diskussionen machten deutlich, dass Hochwasserschutz heute weit über den Bau technischer Schutzanlagen hinausgeht. Vielmehr müssen Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen gemeinsam Lösungen entwickeln, die sowohl Hochwasser- als auch Dürrefolgen berücksichtigen.

„Die Menschen akzeptieren die Maßnahmen, wenn sie verstehen, wozu diese gut sind“, betonte Röttcher. Für ihn gehört die frühzeitige Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern ebenso zu einer erfolgreichen Umsetzung wie die fachliche Planung.

Mit Blick auf die Zukunft verwies Röttcher auf den steigenden Wasserbedarf in der Landwirtschaft: „In Zukunft werden wir rund 30 Prozent mehr Wasser benötigen. Deshalb müssen wir heute darüber nachdenken, wo dieses Wasser herkommen kann und entsprechend handeln.“ Ein wichtiger Ansatz sei der Wasserrückhalt in der Landschaft. Wasser müsse effizient eingesetzt, alternative Ressourcen genutzt und Möglichkeiten geschaffen werden, Wasser im Grundwasser zu speichern. Dadurch könnten Hochwasserspitzen reduziert und gleichzeitig die Wasserversorgung in Trockenzeiten verbessert werden.

Akzeptanz schaffen und Menschen einbinden

Ein weiterer Schwerpunkt war die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen. Förderprogramme seien wichtig, erklärte Röttcher, reichten allein jedoch nicht aus. Es brauche Landwirte und weitere Akteure vor Ort, die bereit sind, Projekte mitzutragen. Ebenso wichtig seien langfristige Planung, engagierte „Kümmerer“ und die konsequente Umsetzung was bedeutet die Vorhaben unabhängig von politischen Wahlperioden langfristig vorantreiben.

Für mehr Akzeptanz seien praktische Erfahrungen unverzichtbar. Pilotprojekte könnten zeigen, wie Maßnahmen funktionieren und welchen Nutzen sie für die Region haben. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Landwirte sollten deshalb gezielt eingeladen werden, Projekte vor Ort kennenzulernen.

Eine besondere Herausforderung bestehe darin, auch Menschen zu erreichen, die bislang weder von Hochwasser noch von Dürre betroffen waren. „Auch wenn der direkte Nutzen nicht immer unmittelbar sichtbar ist, müssen wir zeigen, dass wir diese Maßnahmen für die Gesellschaft als Ganzes umsetzen und nicht allein wegen möglicher Förderungen“, sagte Röttcher.

Neben technischen und organisatorischen Fragen spielte auch die Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle. Clemens Löbnitz, Ostfalia Absolvent und Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände Uelzen, warb dafür, junge Menschen frühzeitig für Klima- und Wasserschutzthemen zu sensibilisieren – etwa durch Projektwochen, Schulbesuche oder die Mitarbeit in Verbänden. Aus- und Fortbildung sowie lebenslanges Lernen seien entscheidend, um den Herausforderungen des Klimawandels langfristig begegnen zu können.

Zum Abschluss zog die Initiatorin Dr. Katrin Flasche ein positives Fazit: „Wir müssen in einigen Bereichen der Wasserwirtschaft umdenken, doch viele Menschen haben diesen Weg bereits eingeschlagen.“ Der Erfahrungsaustausch zeigte, dass Wasser zunehmend als Teil ganzer Landschaften betrachtet wird. Immer mehr Akteurinnen und Akteure arbeiten gemeinsam daran, Wasser in der Fläche zu halten, Hochwasserrisiken zu reduzieren und die Wasserversorgung langfristig zu sichern.

Kickoff zum Projekt NassMoor für zukunftssichere Moore an der Ostfalia Hochschule

Am 13.02.2026 fiel der Startschuss für das neue Projekt NassMoor an der Ostfalia Hochschule in Suderburg!

Durch die Verbindung wissenschaftlicher und praxisnaher Expertise wollen wir dazu beitragen, fundierte und nachhaltige Entscheidungen für den Klima- und Naturschutz zu ermöglichen – für nasse Hochmoore und zukunftssichere Regionen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit engagierten Partnern und darauf, gemeinsam die gestellten Forschungsziele zu bearbeiten.

Gruppenbild der Teilnehmenden des Kick off – Meetings

Von links: Walter Wimmer (NLWKN, Betriebsstelle Süd), Jannic Burmeister und Dr.-Ing. Gerhard Riedel (Leichtweiß Institut der Technischen Universität Braunschweig), Martin Windhaus (Friesoyther Wasseracht), Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher, Jasmina Bock, Jasper Seng, Nathalie Kockemüller (Ostfalia Hochschule Suderburg)

Nicht im Bild: Meike Müller (NLWKN, Betriebsstelle Süd), Marc Breitenfeld und Simone Kasnitz (Gemeinde Gnarrenburg), Prof. Dr.-Ing. Kai Schröter (Leichtweiß Institut der Technischen Universität Braunschweig), Clemens Löbnitz (Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände Uelzen)

Gefördert wird das Projekt durch die Europäische Union und das Land Niedersachsen.

Link zur Projekt Website: https://wasser-suderburg.de/nassmoor/

1,5 Mio. € für Moorprojekte

Das Institut für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum erhält für die beiden Projekte „NassMoor“ und „MoniMoor“ insgesamt 1,5 Mio. € Fördermittel, um Lösungsansätze für das Wassermanagement in vernässten Hochmoorfläche und Paludikulturen zu entwickeln. Ziel beider Projekte ist es, wissenschaftliche Grundlagen für die nachhaltige Wiedervernässung und Bewirtschaftung von Moorflächen zu schaffen und damit Treibhausgasemissionen zu reduzieren, Moorökosysteme langfristig zu erhalten, sowie eine Möglichkeit der Wertschöpfung für die Flächeneigentümer zu erhalten.

Das Projekt „NassMoor“ verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt von Hochmooren umfassend zu erforschen und darauf aufbauend praxistaugliche Maßnahmen für eine nachhaltige Vernässung zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei die Erstellung detaillierter Klimasimulationen des Leichtweis-Institutes der Technischen Universität Braunschweig, Feld- und Laborversuche zur Ermittlung relevanter Wasserhaushaltsdaten sowie die Entwicklung effektiver Strategien zur Wasserspeicherung und Landschaftsanpassung. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Fachleuten aus Hydrologie, Wassermanagement und Naturschutz sowie die Einbindung regionaler Akteure sollen umsetzbare Lösungen entstehen, die auch zukünftige klimatische Veränderungen berücksichtigen. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung grundlegender Datenlagen und schafft eine verlässliche Basis für langfristige Investitionen in Klima- und Moorschutz.

Projektziel von „MoniMoor“ ist das Schaffen von wasserwirtschaftlichen Grundlagen für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Moorstandorten durch Paludikulturen mit Torfmoosen. Im Mittelpunkt steht die Erhebung praxisrelevanter Daten zum Wassermanagement, um den Wasser- und Energiebedarf dieser Bewirtschaftungsform zu optimieren. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung und Reduktion von CO₂-Emissionen, zum Erhalt und zur Regeneration von Moorökosystemen sowie zum Schutz der regionalen Wasserressourcen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in praxisnahe Handlungsempfehlungen für Landwirte, Betreiber und Behörden münden und das Wissen im Bereich Moorhydrologie und nachhaltige Paludikultur erweitern. Beide Projekte leisten damit einen essentiellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, zum Klima- und Gewässerschutz sowie zur praktischen Umsetzung von Paludikultur als innovative und wirtschaftliche Form der Moorbewirtschaftung.

Kooperation mit dem NLWKN

Am 13. Juni 2025 haben die Ostfalia Hochschule mit der Fakultät Bau-Wasser-Boden und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eine neue Kooperationsvereinbarung geschlossen. Ziel ist es, die praxisnahe Ausbildung in den Bachelorstudiengängen Bau- und Umweltingenieurwesen zu stärken.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Ostfalia.

v.l.n.r.: Professor Klaus Nelting, Anne Rickmeyer, Direktorin des NLWKN, Thorsten Albers, Dekan der Fakultät Bau-Wasser-Boden, Sabrina Lorenz, Geschäftsbereichsleiterin Zentrale Aufgaben des NLWKN, Heiko Marquardt, Leiter der Betriebsstelle Lüneburg, sowie Professor Klaus Röttcher

Neues aus dem Projekt 4D-Rain

Mai 2025 – Vom Konzept zur Anwendung: Erste Feldversuche gestartet

Nach einer intensiven Phase der Konzeption und Entwicklung eines Messsystems zur Bewertung landwirtschaftlicher Bewässerungsmaschinen starten nun die ersten praktischen Erhebungen auf dem Feld. Mit großem Engagement wird daran gearbeitet, die theoretisch entwickelten Ansätze unter realen Bedingungen zu erproben und weiterzuentwickeln. Am 22. Mai 2025 stellte Felix Schmidt das Projekt im Rahmen eines Fachvortrags auf dem Projekttag Wasser an der Ostfalia Hochschule in Suderburg vor.
Zur Projektseite:
https://wasser-suderburg.de/4drain/

Außergewöhnliche Trockenheit

Noch nie gab es im März weniger Niederschläge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen als 2025. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet bereits seit längerem über die zunehmende Trockenheit. Bundesweit wurden im März nur 30% der Niederschläge des vieljährigen Mittels erreicht. Im Norden, südlich und östlich von Hamburg, wurden in Februar und März weniger als 10mm gemessen. Der Dürremonitor des UFZ zeigt für große Teile des Landes eine tiefrote Farbe an was für eine „außergewöhnliche Dürre“ steht, zumindest im Oberboden bis 25 cm tiefe. Der Boden bis 1,8 m tiefe sieht noch etwas moderater aus, allerdings ist das für die Frühjahrsbestellung der Landwirte weniger relevant. Hier braucht das Saatgut und der Dünger die Feuchtigkeit an der Oberfläche. Laut DWD ist zunächst keine Erleichterung in Sicht. Evtl. stellt sich die Wetterlage ab Sonntag um, ob dann die fehlenden Niederschläge der letzten 2 Monate kompensiert werden bleibt aber fraglich.

Drei Regner hintereinander im Landkreis Uelzen. Der Versuch die Frühjahrsbestellung in Gang zu bekommen.