Geschichte der Bewässerung

Überblick Geschichte der Bewässerung

In dem Moment in dem Menschen begannen sesshaft zu werden und von Jägern und Sammlern zu Bauen und Hirten wurden (neolithische Revolution) beginnt auch die Geschichte der Bewässerung, zumindest in den semi-ariden Regionen der Welt. So waren frühe Formen der Bewässerung, meist Furchen- oder Überstaubewässerung schon in verschiedenen Siedlungen der Jungsteinzeit bekannt. Im fruchtbaren Halbmond (heute etwa Jordanien, Syrien, süd-östl. Türkei, Irak, Iran) begannen die Menschen zwischen 9.000 und 6.900 Jahren vor Christus sesshaft zu werden, in Mitteleuropa etwa ab 5.000 bis 5.000 Jahren vor Christus. Die Jahresangaben schwanken je nach Quelle und Region erheblich.

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Die Entwicklung der Hochkulturen am Nil, an Euphrat und Tigris, am Indus, Ganges und Mekong aber auch in verschiedenen Bereichen des heutigen Chinas und später auch in Mittel- und Südamerika ist sehr eng verbunden mit der Entwicklung der landwirtschaftlichen Bewässerung. Nur durch die Bewässerung war es letztlich möglich deutlich mehr Menschen zu ernähren, wie in der Landwirtschaft selbst tätig waren. Dadurch konnten sich unterschiedliche Berufe und letztlich gesellschaftliche Schichten entwickeln. Aber auch die Bewässerung selbst erforderte je nach örtlicher Situation die Zusammenarbeit mehrerer Bauern bis hin zur Zusammenarbeit ganzer Regionen, um die Bewässerung erfolgreich durchführen zu können. Auch diese Notwendigkeit der Organisation der Bewässerung hat einen wichtigen Beitrag zur weiteren gesellschaftlichen Entwicklung geleistet. In der Antike, etwa in Griechenland und im römischen Reich spielte die Bewässerung eine wichtige Rolle bei der Absicherung der Ernährung der wachsenden Bevölkerung auch wenn dieser Aspekt vielen Menschen heute kaum bewusst ist, da wir diese Kulturen zuerst mit anderen Leistungen verbinden, die erfolgreiche und effiziente landwirtschaftliche Produktion war aber auch hier die Voraussetzung für alle anderen Kulturleitungen.

In Mitteleuropa spielt die landwirtschaftliche Bewässerung lange Zeit keine besondere Rolle, da durch eine relativ gleichmäßige Verteilung der Niederschläge über das Jahr, relativ gute Böden und durch eine verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte die Notwendigkeit zu deutlichen Ertragssteigerungen fehlte. Dies änderte sich im Mittelalter als einerseits die Bevölkerung wuchs und andererseits der Erhalt der Fruchtbarkeit des Ackers eine immer größere Rolle spielte, da die nutzbaren Flächen zunehmend begrenzt und die Nährstoffe des Bodens aufgebraucht waren. Zwischen 1100 und 1400 nach Christus verdreifachte sich in etwa die Bevölkerungszahl in Europa. Der Wiesenbau und Wiesenbewässerung erlebten einen ersten Aufschwung. Der Ertrag der Wiesen war wichtig, da von ihm abhing wie viele Tiere gehalten werden konnten und von den gehaltenen Tieren u.a. abhing wie viel Tierdung für die Düngung der Ackerflächen zur Verfügung stand. Die Bedeutung dieses Aspektes ging wieder zurück da u.a. durch die Pest, durch klimatische Veränderungen (kleine Eiszeit) und durch den dreißigjährigen Krieg die Bevölkerung z.T. sehr stark zurückging und damit wieder mehr landwirtschaftliche Fläche pro Kopf der Bevölkerung zur Verfügung stand. Entsprechend stieg das Interesse und die Notwendigkeit der Ertragsverbesserung in der Landwirtschaft und damit der Wiesenbewässerung wieder im 18. und 19. Jahrhundert als die Bevölkerung in Folge der Industrialisierung erneut stark anstieg.

200 Jahre Suderburger Rückenbau

Fotodokumentation der Ausstellung

„Genug Wasser für die Landwirtschaft – Geschichte und Folgen der landwirtschaftlichen Bewässerung in der Lüneburger Heide“

Ausstellungshalle Scheune von 1681 aus Eimke, Landkreis Uelzen, im Museumsdorf Hösseringen
Beginn der Ausstellung mit Inszenierung „Wasserverbrauch“ (links)
Detail der Inszenierung „Wasserverbrauch: durchschnittlicher Wasserverbrauch von 90 Litern für WC und Körperpfleg, dargestellt mit Glasflaschen
Frau mit Tragjoch – täglich mussten etwa 530 Liter Wasser vom Brunnen ins Haus getragen werden
Werkzeuge zur Anlage und Pflege von Rieselwiesen, vorne: „Suderburger Wiesenmesser“, Wiesenbeil, Planierschippe und Twigge, Mitte: Grasmäher, Baujahr 1952
Modell einer Stauschleuse, wie sie zur Ableitung aus Gewässern in die Bewässerungsgräben verwendet wurde, um 1920
links oben: Foto Instandsetzungsarbeiten an einer Stauschleuse in der Hardau, um 1930, links unten: Konstruktionszeichnung einer hölzernen Einlassschleuse bei Suderburg,1921, rechts: Pflanzen im und am Entwässerungsgraben
Übersichtskarte der zwischen 1845 und 1921 mit Unterstützung des Land- und forstwirtschaftlichen Provinzialvereins für das Fürstentum Lüneburg angelegten Bewässerungsanlagen und Ackerdrainagen
verschiedene Gebäude, in denen der Unterricht der Wiesenbauschule in Suderburg vor der Errichtung eines eigenen Schulgebäudes 1898 stattfand
„Bude“ eines Suderburger Wiesenbauschülers
Schreibtisch des Suderburger Wiesenbauschülers
Beregnungsplan der Beregnungsgemeinschaft Nienwohlde, Landkreis Uelzen, 1968 (rechts)
Beregnungspumpe, Baujahr 1949 – im Einsatz bis 1960
Dezimalwaage als Form der „ungleicharmige Brückenwaage“ zum Wiegen von Mehl- und Kartoffelsäcken
Modell eines Grundwasserbrunnens mit installierter Unterwasserpumpe (links), Schnittmodell einer Beregnungspumpe (rechts)
Beregnungssysteme, vorne: Rohr-Rohr-Beregnung eines Hofes in Vinstedt, Kreis Uelzen,1968: Anschluss an einem Hydranten mit Absperrventil, Anschluss einer Regnerleitung an die Hauptleitung und zwei Beregnungsdüsen
Beregnungssysteme: Rohr-Schlauch-Beregnung, um 1970
Beregnungssysteme: mobiler Kreisberegner an einer Schlauchleitung(links)
Trommelberegner im Außenbereich
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Für weiter Informationen sind wir gerne für Sie da;

Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher

Email:k.roettcher@ostfalia.de
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Klaus Röttcher