Ministerpräsident Weil besucht Modellversuch im Gnarrenburger Moor

In einem EFRE gefördertem Modellprojekt entwickelt die Ostfalia Hochschule in Suderburg ein Gebietskonzept und Möglichkeiten für ein nachhaltiges Wassermanagement im Gnarrenburger Moor.

Unter Federführung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer entwickelt das Institut für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum an der Ostfalia Hochschule in Suderburg unter der Leitung von Prof. Klaus Röttcher wasserwirtschaftliche Lösungen, um die Wiedervernässung von Moorflächen als Klimaschutzmaßnahme mit einer landwirtschaftlichen Nutzung in Einklang zu bringen.

Projektleiter Dr. Heinrich Höper vom LBEG stellte beim Besuch des Ministerpräsidenten am 19.6. die Versuche auf einer Fläche bei Glinstedt in der Gemeinde Gnarrenburg (LK Rotenburg Wümme) vor. Dabei erläuterte er, dass auf einer ca. 4 Hektar großen Fläche mittels einer Unterflurbewässerung Wasser gezielt in der Fläche ausgebracht wird um die Moorflächen ausreichend feucht zu halten. Auf diese Weise ist auch eine Grünlandbewirtschaftung weiterhin möglich. Die gut 3,5 Meter mächtige Torfschicht auf der rund 5 Fußballfelder umfassenden Fläche enthält so viel Kohlenstoff, dass ohne vernässende Maßnahmen nach und nach 20.000 Tonne Kohlendioxid in die Atmosphäre entweichen würden, so Höper. Das entspräche dem CO2-Ausstoß von etwa 10.000 PKW.

In dem Projekt „Gnarrenburger Moor“ werden bereits seit 5 Jahren auf verschiedenen Flächen Versuche mit Teilvernässungen durchgeführt um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und sie gleichzeitig weiterhin als landwirtschaftliche Nutzfläche zu erhalten. Die Ostfalia Hochschule ist seit Dezember 2020 im Projekt beteiligt und kümmert sich insbesondere um die Fragen des Wasserrückhaltes und der Wasserbewirtschaftung um solche Vernässungen nicht nur im Versuch sondern auch großflächig zu ermöglichen.

Für die erfolgreiche Umsetzung werden alle Projektschritte eng mit den beteiligten Landwirten und den Grundstückseigner abgesprochen die mit den im Projekt beteiligten Institutionen die „Kooperation Gnarrenburger Moor“ ins Leben gerufen haben.

Dr. Bärbel Thiemeyer vom Thünen-Institut in Braunschweig erläutert, wie sich die Vernässung der Fläche auf den Kohlenstoff-Ausstoß auswirkt. Das Thünen Institut untersucht diese Aspekte in einem parallel im Gnarrenburger Moor angesiedelten Projekt. Dr. Heike Kruse Dörgeloh von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Geschäftsführerin der Kooperation Gnarrenburger Moor berichtet über die gute Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und den forschenden Institutionen. Aber auch Konzepte, die für die Landwirtschaft nur eingeschränkt nutzbar sind, müssen betrachtet werden. „Beim Klimaschutz kommen wir in Niedersachsen nicht um das Thema Moorschutz herum“, so Weil, „Die Schlüsselfrage ist, wie wir Moorschutz und berechtigte Belange der Landwirtschaft vereinbaren können“. Der Ministerpräsident zeigte sich beeindruckt über die Anzahl der verschiedenen Akteure und erhofft sich dementsprechend konkrete Ergebnisse aus dem Modellprojekt. Wann die Ergebnisse endgültig vorliegen werden konnte Höper nicht prognostizieren, es ist jedoch weiterer Forschungsbedarf absehbar.

Dr. Heinrich Höper (links) erläutert Ministerpräsident Stefan Weil (mitte) die Versuche zur Unterflurbewässerung im Gnarrenburger Moor (Bildrechte: LBEG/Bruns)

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